Endodontie

Alle Informationen zu Wurzelbehandlungen
und Kosten

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung besteht aus drei Schritten: Aufbereitung des Zahns, Desinfektion sowie das Abfüllen der Wurzelkanäle. Vor jeder Behandlung stellt der Zahnarzt eine genaue Diagnose. Dies geschieht meist mittels Röntgendiagnostik und Vitalitätstests.

 

Aufbereitung des betroffenen Zahns

Nach der Diagnose wird der betroffene Zahn durch eine lokale Anästhesie betäubt. Anschließend bohrt der Arzt durch die Kaufläche des Zahns ein Zugang zur Pulpa. Diesen Zugang erweitert er, sodass die gesamte Pulpenhöhle gut sichtbar ist. Mit einem Handinstrument prüft er anschließend, wie die Wurzelkanäle verlaufen. Auch die Länge der Wurzelkanäle ist wichtig. Die Längenmessung erfolgt mit Hilfe einer Röntgenaufnahme oder durch Messung des elektrischen Widerstandes. Mittels Wurzelfeilen und -bohrer erweitert und gestaltet der Arzt die Wurzelkanäle. Dies kann mit Handinstrumenten oder mit elektrisch betriebenen Instrumenten erfolgen.


Desinfektion der Wurzelkanäle

Um die Keimzahl in den Wurzelkanälen zu reduzieren und die bei der Aufbereitung entstandenen Späne aus den Wurzelkanälen zu holen, werden die Kanäle mittels einer speziellen Lösung gespült. Diese wird mit dünnen Kanülen in die Tiefe des Wurzelkanals befördert. Um eine bessere Wirkung der Spülung zu erzielen, kann sie mit Hilfe von Ultraschall in Schwingung gebracht werden. Des Weiteren kann der Wurzelkanal mit einem Laser (Diodenlaser) bearbeitet und somit die Anzahl der Keime weiter reduziert werden. Falls die Wurzelbehandlung in mehreren Sitzungen durchgeführt wird, bringt der Arzt nun ein Medikament in den Wurzelkanal ein und verschließt den Zahn provisorisch.


Abfüllung der Wurzelkanäle

Nach der endgültigen Aufbereitung und Desinfektion der Wurzelkanäle müssen diese abgefüllt werden. Bei dem konventionellen Verfahren (laterale Kondensation) wird hierzu ein zentraler Guttaperchastift (Kautschukstift), entsprechend der Aufbereitungsgröße und Länge der Wurzelkanäle, mit einem Zement beschichtet und in den Wurzelkanal eingefüllt. Um einen dichteren Verschluss des Wurzelkanals zu erzielen, werden bei Bedarf weitere Guttaperchastifte seitlich in den Wurzelkanal gepresst. Bei dem modernen Verfahren wird im Bereich der Wurzelspitze ein zentraler Guttaperchastift mit einem Zement beschichtet und eingefüllt; anschließend wird dieser ca. 3 bis 4 mm über der Wurzelspitze getrennt und der Rest des Wurzelkanales mit flüssigem warmen Guttapercha schichtweise abgefüllt. Die Voraussetzung für dieses Verfahren ist in der Regel eine maschinelle Aufbereitung des Kanals und unter Umständen die Anwendung eines Mikroskops. Zum Abschluss der Wurzelbehandlung findet mittels Röntgenaufnahme eine Kontrolle der adäquaten Wurzelfüllung statt.